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Ehrenhain

Ehrenhain in Wahnbek, Schulstraße 

 

Nach dem zweiten Weltkrieg bildete sich in den Ortschaften Wahnbek, Ipwege und Ipwegermoor eine „Interessengemeinschaft Ehrenhain“. Treibende Kraft war Gerhard Köster, Ipwege. In dem kleinen Gehölz neben der Schule Wahnbek wurde eine würdige Gedenkstätte für alle Opfer des Krieges geschaffen. Auf 97 Feldsteinen sind die Namen dieser Opfer vermerkt. Am Eingang zum Hain steht auf einem großen Stein die Mahnung an alle Besucher:

 

Mensch, betrittst du diese Stätte,

neige dein Haupt 

und gedenke derer,
die ihr Höchstes geben mussten, das Leben!

 

 

Die Interessengemeinschaft wurde am 26. 11. 1954 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Oldenburg eingetragen. Im § 1 der Satzung heißt es:

„Einwohner aus den Dörfern Wahnbek, Ipwege und Ipwegermoor bilden die: Gemeinschaft Ehrenhain Wahnbek. Die Gemeinschaft hat ihren Sitz in Wahnbek und macht es sich zur Aufgabe, den bereits vorhandenen Ehrenhain zu pflegen und weiter auszubauen.“ Mitglied der Gemeinschaft kann nach § 3 der Satzung „jeder werden, der ein Interesse an dem Ehrenhain hat“

Den geschäftsführenden Vorstand bildeten laut Protokoll:
Der 1. Vorsitzende Bauer und Brennereibesitzer Gerhard Köster, Ipwege,
der Schriftführer Lehrer Günter Bußmann, Ipwegermoor und
der Kassenwart Rendant Ewald Spinneker, Wahnbek.

Auf einer Sitzung des erweiterten Vorstandes wurde am 31.10.54 beschlossen, jeweils am Volkstrauertag im Ehrenhain eine Feierstunde abzuhalten. FolgendeFeierfolge wurdefestgelegt:

 

1. Kinderchor/Lied 

2. Gedicht

3. Gemischter Chor Wahnbek/Lieder

4. Ansprache

5. Kranzniederlegung/Lied vom guten Kameraden

Zwischen den vorletzten Eintragungen im Protokollbuch am 28.2.1960 und der letzten am 18.10.1973 liegt eine lange Spanne. Der zuletzt gewählte 1. Vorsitzende Hermann Schumacher verstarb am 5.10.1961. Schriftführer (kfm. Angestellter Horst Beeger) und Kassenwart Ewald Spinneker erledigten die notwendigen Geschäfte.

Auf der letzten Generalversammlung am 18.10.73 wurde dann folgender Beschluß gefasst: Auflösung der Gemeinschaft Ehrenhain und Übernahme des Ehrenhains durch den Ortsverein Wahnbek Ipwege. Der Kassenbestand wurde ohne Einschränkung dem Ortsverein übereignet. Dieser übernahm die Verpflichtung, die Pflege des Ehrenhains im gleichen Sinne weiter zu führen.

So ruft also der Ortsverein seit 30 Jahren Jahr für Jahr am Volkstrauertag die Bevölkerung zur Teilnahme an einer Gedenkfeier im Ehrenhain auf. Die Totenehrung, Ansprache und Kranzniederlegung werden gesanglich seit 1975 umrahmt vom Rasteder Männergesangverein unter der Leitung von Egon Westermann; neben dem großen Gedenkstein halten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ipwege-Wahnbek mit Fackeln die Ehrenwache. Die Feuerwehrmänner geben der Gedenkfeier das Geleit und tragen sehr zu einer würdigen Veranstaltung bei. "......Die Ansprachen in den letzten Jahren hielten ausschließlich Bürger unserer Ortschaften, wie z.B. der Bürgermeister a.D. Dieter Decker, Landrat Jörg Bensberg, der amtierende Pfarrer, Rendant Ulrich Hoff und der ehemalige Ortsbrandmeister Heino Klostermann." 

Am Samstag vor dem Volkstrauertag führen Vorstand und Beirat eine intensive Pflege des Hains durch. Dies reicht vom Zurückschneider der Sträucher, Pflegen der Beete und Steine, Harken der Wege, eventuellen Tor- und Zaunreparaturen bis zum Laubentfernen. Bis zu seinem Tode hat unser „Heinzelmännchen“ Heinz Bagnewski kontinuierlich die Gedenkstätte gepflegt und uns damit viel Arbeit erspart. 

Angehörige von Gefallenen und Vermissten legen Gestecke nieder.

Größere Arbeitseinsätze erfolgen meistens im Frühjahr. So wurde 1993 von einer ortsansässigen Firma die Schrift auf den Steinen nachgezogen, später setzte die Gemeinde einen Zaun zwischen Lehrerparkplatz und Ehrenhain. Eine Holzbarriere erschwert jetzt den Zugang mit Fahrrädern vom Friedhof aus. Immer wieder müssen und werden auch Rhododendren nachgepflanzt; Frau Margarete Hullmann brachte vor ein paar Jahren Narzissensamen und Schneeglöckensamen aus. 

Auch die Wege mussten zwischenzeitlich geglättet werden; die Holzbrücke wurde mehrfach von der Gemeinde saniert. Durch Vandalismus werden die Pflegearbeiten leider häufig wieder zunichte gemacht.

Der Ortsverein ist bestrebt, den Ehrenhain Wahnbek auch zukünftig als würdige Gedenkstätte zu erhalten und die Feierstunde am Volkstrauertag satzungsgemäß durchzuführen. 

 

 

Gerta Pfeifer, 28.02.2007